Allgemeine Geschäftsbedingungen

Vertragspartner: Peter Ruf - Webruf, 4020 Linz, Österreich. Geltend für sämtliche Verträge über die Nutzung von Leadsucher (im Folgenden "Dienst").

1. Geltungsbereich

Diese AGB gelten für sämtliche Verträge zwischen Peter Ruf - Webruf (im Folgenden "Anbieter") und Unternehmen oder freiberuflich Tätigen, die den Dienst Leadsucher nutzen ("Kund:in"). Der Dienst richtet sich ausschließlich an Personen, die im Rahmen ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handeln (B2B). Verbraucher:innen sind ausdrücklich ausgeschlossen.

2. Vertragsschluss

Mit Anlage eines Accounts und Annahme dieser AGB kommt ein Vertrag über die kostenfreie Nutzung des Dienstes zustande. Mit Auswahl eines kostenpflichtigen Plans und Bestätigung des Kaufs kommt zusätzlich ein Abo-Vertrag mit der jeweiligen Laufzeit (monatlich oder jährlich) zustande.

3. Leistungsbeschreibung

Leadsucher ist eine Software-as-a-Service-Plattform zur Recherche und Anreicherung von B2B-Kontaktdaten im DACH-Raum. Der Funktionsumfang ist abhängig vom gewählten Plan und auf der Website beschrieben.

Wichtige Klarstellung: Der Anbieter selbst erhebt, sammelt und speichert keine personenbezogenen Daten von Lead-Subjects. Sämtliche Lead-Daten (Name, Position, geschäftliche E-Mail, Telefonnummer, Firmendaten) werden über zertifizierte Drittanbieter (insbesondere Apollo.io und vergleichbare B2B-Datenbanken) bezogen. Der Anbieter agiert als Vermittler des technischen Zugangs zu diesen Daten und übernimmt keine Garantie für deren Aktualität, Vollständigkeit, Richtigkeit oder datenschutzrechtliche Erhebung durch den Drittanbieter.

Der Dienst stellt ausschließlich technische Werkzeuge zur Recherche, Anzeige und Verwaltung dieser Daten zur Verfügung. Es werden weder E-Mails versendet noch Anrufe getätigt. Jegliche Kontaktaufnahme zu den Lead-Subjects erfolgt ausnahmslos durch die Kund:in über deren eigene Infrastruktur und in eigener Verantwortung.

Der Anbieter bemüht sich um eine durchschnittliche Verfügbarkeit von 99 Prozent im Jahresmittel, schuldet aber keine konkrete Verfügbarkeit. Wartungsfenster werden nach Möglichkeit vorab angekündigt.

3a. Datenherkunft und Verantwortung Dritter

Der Anbieter ist nicht der originäre Datenherrscher der über den Dienst angezeigten personenbezogenen Daten. Diese Daten werden von Drittanbietern (insbesondere Apollo.io, Cognism oder vergleichbaren B2B-Datenbanken) bereitgestellt, die jeweils eigenständige Verantwortliche im Sinne des Art. 4 Nr. 7 DSGVO sind. Die Kund:in erkennt an, dass:

  • der Anbieter keine Kontrolle über die Erhebungsgrundlage, Aktualität oder Korrektheit der Daten beim Drittanbieter hat;
  • die Kund:in im Zweifel selbst prüfen muss, ob eine Kontaktaufnahme im Einzelfall zulässig ist (z. B. nach §7 UWG in Deutschland, §107 TKG in Österreich, Art. 13 UWG in der Schweiz);
  • Auskunfts-, Löschungs- oder Berichtigungsansprüche von Lead-Subjects gegenüber dem jeweiligen Drittanbieter geltend zu machen sind. Der Anbieter leitet eingehende Begehren auf Wunsch weiter, ist aber nicht der Verantwortliche im Sinne der DSGVO für diese Daten.

4. Credits, Reveals und Refund-Garantie

Lead-Reveals werden in Form von Credits abgerechnet. Pro Lead-Reveal wird ein Credit verbraucht. Credits werden mit jedem Abo-Zyklus aufgefrischt, sind aber nicht in den nächsten Zyklus übertragbar (no carry-over).

Bereits aufgedeckte Leads bleiben dauerhaft im Workspace der Kund:in. Eine erneute Aufdeckung verbraucht keine zusätzlichen Credits.

Refund-Garantie: Wird beim Reveal eine E-Mail mit dem Status "ungültig" festgestellt (Mailbox existiert nicht), wird der Credit automatisch und sofort zurückerstattet. Das Refund-Ereignis ist im Konto-Kontoauszug dokumentiert.

5. Preise und Zahlung

Es gelten die zum Zeitpunkt der Bestellung auf der Website ausgewiesenen Preise. Alle Preise verstehen sich exklusive Umsatzsteuer. Die Zahlung erfolgt über Stripe per Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift.

Bei Zahlungsverzug kann der Anbieter den Zugang zum Dienst nach einmaliger Mahnung einschränken oder sperren.

6. Laufzeit und Kündigung

Monatliche Abos verlängern sich automatisch um jeweils einen Monat, wenn nicht spätestens am letzten Tag des Abrechnungsmonats über das Kundenportal gekündigt wird. Jährliche Abos verlängern sich um jeweils ein Jahr, sofern nicht spätestens 14 Tage vor Ablauf gekündigt wird.

Eine Kündigung aus wichtigem Grund bleibt für beide Vertragsparteien unberührt. Wichtige Gründe sind insbesondere ein nachhaltiger Verstoß gegen diese AGB, missbräuchliche Nutzung des Dienstes oder Insolvenzanträge.

7. Pflichten der Kund:in (Cold-Outreach, UWG, DSGVO)

Die Kund:in ist allein und vollumfänglich dafür verantwortlich, jede Kontaktaufnahme an Lead-Subjects rechtskonform durchzuführen. Insbesondere gilt:

  • Beachtung von §7 UWG (Deutschland), §107 TKG und §174 GewO (Österreich) sowie Art. 3 UWG (Schweiz) bei jeder Form der elektronischen Direktwerbung. Eine Einwilligung des Lead-Subjects oder ein berechtigtes Interesse mit ordnungsgemäßer Interessenabwägung muss im Einzelfall nachweisbar vorliegen.
  • Beachtung der DSGVO (insbesondere Art. 6, 13, 14, 21) bei Verarbeitung personenbezogener Daten. Die Kund:in trifft eigene Pflichten als Verantwortliche im Sinne der DSGVO, sobald sie die Daten in eigene Systeme übernimmt.
  • Bereitstellung einer funktionierenden Opt-Out-Möglichkeit in jeder versendeten E-Mail.
  • Keine Massenversendung, kein Spamming, keine Belästigung. Der Anbieter empfiehlt ausdrücklich personalisierten, relevanzbasierten Erstkontakt.
  • Keine Weitergabe, kein Verkauf und kein Reselling der Lead-Daten an Dritte ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Anbieters.
  • Keine Nutzung des Dienstes zur Erstellung sensibler Personenprofile (Art. 9 DSGVO), für Verbraucher:innen-Akquise (B2C), für politische Kampagnen oder für illegale Zwecke.

Der Anbieter kann den Account bei Verstößen sofort und ohne Vorankündigung sperren. Bereits gezahlte Entgelte sind in diesem Fall nicht erstattungsfähig. Schadenersatzansprüche bleiben unberührt.

7a. KI-Mail-Drafts und automatisiert generierte Texte

Der Dienst bietet die Möglichkeit, mit Hilfe eines externen KI-Sprachmodells (Anthropic) Mail-Entwürfe auf Basis öffentlich zugänglicher Daten der Empfänger-Firma zu generieren. Diese Texte sind ausdrücklich Vorschläge für Entwürfe und kein versendeter Inhalt. Folgendes gilt:

  • KI-generierte Texte können fehlerhaft, irreführend oder unzutreffend sein. Die Kund:in ist verpflichtet, jeden Entwurf vor Versand inhaltlich zu prüfen und ggf. zu korrigieren.
  • Die Verantwortung für den letztlich versendeten Inhalt (Wahrheitsgehalt, Werbeangaben, urheberrechtliche und wettbewerbsrechtliche Konformität) trägt ausschließlich die Kund:in.
  • Der Anbieter haftet nicht für inhaltliche Mängel der KI-Ausgabe, insbesondere nicht für falsche Tatsachenangaben, irreführende Werbeaussagen oder rechtswidrige Inhalte.
  • Es findet kein automatisierter Versand statt. Der Versand erfolgt zwingend durch eine bewusste Handlung der Kund:in (Kopieren, Weiterleiten an eigenes Mail-Programm, manueller Versand).
  • Zur Generierung werden Lead-Daten und ggf. Inhalte der Empfänger-Website an den KI-Subdienstleister übermittelt (siehe Subprozessoren-Liste in der Datenschutzerklärung).

Die Kund:in stellt den Anbieter auf erstes Anfordern von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus der Versendung von KI-generierten Inhalten resultieren.

7b. Website-Crawling zur Personalisierung

Im Rahmen der KI-Mail-Draft-Funktion ruft der Dienst die öffentlich erreichbare Startseite der Empfänger-Firma ab, um Personalisierungs-Kontext für den Entwurf zu erstellen. Dabei werden ausschließlich Inhalte verarbeitet, die ohne Login öffentlich abrufbar sind, und der Crawler identifiziert sich eindeutig mit eigenem User-Agent. Die Kund:in erkennt an, dass dieser Vorgang unter eigener Verantwortung der Kund:in ausgelöst wird und der Anbieter dafür keine Verantwortung im Sinne des §202a StGB oder vergleichbarer Strafnormen übernimmt.

8. Datenschutz und Auftragsverarbeitung

Soweit die Kund:in im Rahmen der Nutzung des Dienstes personenbezogene Daten verarbeitet, die einer Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO unterliegen, schließt der Anbieter mit der Kund:in eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung (AVV/DPA) ab. Diese ist im Account-Bereich abrufbar.

9. Haftung

Der Anbieter haftet bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit unbeschränkt. Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet er nur für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und beschränkt auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden, höchstens jedoch auf die in den letzten zwölf Monaten vor dem Schadensereignis gezahlten Entgelte.

Für mittelbare Schäden, entgangenen Gewinn, ausgebliebene Geschäftsabschlüsse, Reputationsschäden und Datenverlust haftet der Anbieter nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.

Insbesondere keine Haftung übernimmt der Anbieter für:

  • Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der über Drittanbieter bezogenen Lead-Daten;
  • Inhalte, die durch das KI-Sprachmodell generiert werden;
  • Folgen rechtswidriger oder unzulässiger Kontaktaufnahmen, die die Kund:in über eigene Mail- oder Telefon-Infrastruktur durchführt;
  • Bußgelder, Abmahnkosten oder Schadenersatz, die sich aus Verstößen gegen DSGVO, UWG, TKG, BDSG oder vergleichbare Vorschriften durch die Kund:in ergeben;
  • Verluste aufgrund von Ausfällen, Verzögerungen oder Fehlfunktionen bei Subprozessoren (insbesondere Apollo.io, Anthropic, Vercel, Supabase, Stripe, UseBouncer);
  • Verluste durch unbefugten Zugriff auf den Account der Kund:in, soweit die Kund:in nicht angemessene Sicherheitsvorkehrungen (sicheres Passwort, Schutz der Anmeldedaten) getroffen hat.

9a. Freistellung (Indemnification)

Die Kund:in stellt den Anbieter, dessen Erfüllungsgehilfen, Subprozessoren und gesetzlichen Vertreter:innen auf erstes Anfordern von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die im Zusammenhang mit der Nutzung des Dienstes durch die Kund:in entstehen, einschließlich Ansprüchen wegen:

  • Verstößen gegen DSGVO, UWG, TKG, BDSG oder vergleichbare in- oder ausländische Vorschriften;
  • unzulässiger E-Mail-, Telefon- oder Postkontakte gegenüber Lead-Subjects;
  • Inhalten, die die Kund:in mit Hilfe des Dienstes verfasst, versendet oder veröffentlicht hat;
  • Verletzung von Rechten Dritter (insbesondere Persönlichkeits-, Marken-, Urheber- und Wettbewerbsrechten).

Die Freistellung umfasst angemessene Kosten der Rechtsverteidigung einschließlich Anwalts- und Gerichtskosten. Der Anbieter wird die Kund:in über entsprechende Ansprüche unverzüglich informieren und ihr die Möglichkeit zur eigenen Verteidigung geben.

9b. Keine Garantie auf Geschäftserfolg

Der Anbieter gibt keine Zusicherungen oder Garantien hinsichtlich Antwortquoten, Conversion-Rates, Umsatz, Geschäftsabschlüssen oder sonstigem Erfolg, der mit dem Einsatz des Dienstes erzielt werden könnte. Etwaige auf der Website oder in Marketing-Materialien genannten Beispielzahlen sind unverbindliche Erfahrungswerte einzelner Nutzer:innen.

10. Rechte am Dienst

Sämtliche Rechte am Dienst, einschließlich Software, Design, Texte und Datenbank, verbleiben beim Anbieter. Die Kund:in erhält ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares Recht zur Nutzung im Rahmen des gewählten Plans.

11. Schlussbestimmungen

Auf das Vertragsverhältnis findet österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts Anwendung. Gerichtsstand ist Linz. Der Anbieter behält sich vor, diese AGB mit angemessener Vorankündigung zu ändern; widerspricht die Kund:in den Änderungen, kann sie zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums kündigen.

Stand: Mai 2026. Vor dem Live-Gang vollständig durch eine Anwältin oder einen Anwalt prüfen lassen.